Gedanken zum Advent
   
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Advent ist nicht nur eine Vor-Weihnachtszeit
 
Bei Advent denken wir an Lichterketten, Schokolade, Adventskranz und -kalender, sowie die anderen festlichen Utensilien, die auf Weihnachten vorbereiten und uns die Wartezeit verkürzen sollen.
Doch Advent ist nicht nur eine Vor-Weihnachtszeit. „Advent“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Ankunft“.
Die Ankunft Jesu Christi, die Geburt des Kindes in der Krippe, darauf warten Christen in der Adventszeit. Gemäß der biblischen Zeitrechnung liegen zwischen den ersten Menschen und der Geburt Christi 4000 Jahre. So lange musste die Menschheit auf das Kommen des Erlösers warten. Jeder der vier Adventssonntage steht symbolisch für 1000 Jahre. Mit jedem Sonntag nähern wir uns dem Licht seines Kommens. Die Kerzen am Adventskranz sind ein Zeichen hierfür.
Mit dem Advent beginnt auch das Kirchenjahr. Wie die Passionszeit ist auch die des Advents eine Zeit der Vorbereitung auf ein großes Ereignis. Beide haben als liturgische Farbe Violett, die Stille und Buße symbolisiert. Advent öffnet Raum zum Ankommen: Gott will bei uns Menschen ankommen, will eingelassen werden in unser Leben. Wir können ankommen –
bei uns selber, bei denen die wir lieben und bei Gott.
Bei allem vorweihnachtlichen Trubel, Lichterketten- und Rauschgoldkitsch (der natürlich auch dazugehört) dürfen wir Stille finden, das vergangene Jahr zu bedenken und nach dem zu fragen, was wirklich zählt in unserem Leben. Und wir dürfen loslassen, was uns belastet und schmerzt
und uns freuen an dem Stern, der das Kind in der Krippe verheißt:
Von hohen Himmelsfernen auf einem blauen Band im Glanz von tausend Sternen kam stilles Glück ins Land und hat in dunklen Herzen ein Lichtlein angesteckt, hat Sorgen, Gram und Schmerzen ganz leise zugedeckt.
Richard von Schaukal (1874-1942)

Florian Kunz