Leitartikel
   
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Der Gott des Friedens heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.“
(1. Thess 5,23)
Monatsspruch November 2005
Im Familiengottesdienst zum Erntedankfest haben wir uns daran erinnern lassen, dass wir alle Gärtnerinnen und Gärtner in Gottes schönem Schöpfungsgarten sind und dass es unsere Aufgabe ist, alle Geschöpfe sorgsam zu behandeln und zu pflegen. Das gilt nicht nur für Pflanzen und Bäume, sondern auch für alle Arten Tiere und nicht zuletzt für unsere Mitmenschen. Das ist gar nicht so einfach! Beim Natur- und Tierschutz ist es schon schwer genug. Aber im Umgang mit unseren Mitmenschen in Familie und Nachbarschaft konmmen wir doch manches Mal an unsere Grenzen, was Sorgsamkeit und Pflege angeht. Und bei all dem Bemühen kommt Ihnen vielleicht auch diese Frage in den Sinn: „Was ist eigentlich mit mir? Wer sorgt für mich?“ Eine Frage, die sich in dieser Jahreszeit bestimmt viele Menschen stellen. Das triste, regnerische Novemberwetter verdüstert manch einem die Seele. Die Gedanken fangen an zu kreisen. Um Menschen, die nicht mehr da sind und die fehlen. Um zerplatzte Hoffnungen und Träume.

 
„Was ist eigentlich mit mir? Wer sorgt für mich?“ – Auch wenn die Natur ihren Winterschlaf einlegt, auch wenn die Seele Trauer trägt, auch wenn ich mit mir selbst nicht klar komme, so tut es doch gut zu wissen, dass es einen gibt, der für mich sorgt: Es gibt einen, der immer für mich da ist – für meinen Leib, meine Seele, mein Leben. Er weiß, dass ich es wert bin, bewahrt zu werden. Denn er selbst hat mir das Leben geschenkt. Dieser eine ist Gott. Gott hat seinen Geist in die Welt gesandt, um uns zu bewahren – heute, morgen und in Ewigkeit.
Dieser tröstliche und Mut machende Gedanke hilft, die trüben Stunden des
Lebens durchzustehen. Denn bald schauen wir schon nach dem aus, der gekommen ist, um uns Gottes Licht leuchten zu lassen: Jesus Christus. Im Advent warten wir auf seine Ankunft auf der Erde – seine Geburt. Er hat uns gezeigt, dass Gott gerade in den dunklen Stunden an unserer Seite ist. Er bewahrt und behütet uns. Ihm können wir zutrauen, dass er uns immer wieder ans Licht holt und uns neu werden lässt.
Möge der Geist Gottes dieses Zutrauen in uns wachsen und uns das wahre Licht aufgehen lassen.
Pfarrerin Regine Becker