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Jedem Beobachter dürfte inzwischen
aufgefallen sein, dass da, wo noch vor
kurzem die Sparkasse und der Möbelhof standen, wo sich die Stadtbücherei und die Bezirkskasse befanden, nur noch gähnende Leere zu sehen ist. Häufig wird die Frage gestellt, was hier passiert, wes-halb die denkmalgeschützten Gebäude der Kasse und der Bücherei abgerissen werden durften. Ich ver-suche eine Antwort zu geben.
Die Schlossgalerie
Der Investor (HFS), der auch die Gropiuspassagen betreibt, baut rund um das alte Steglitzer Rathaus ein riesiges Einkaufscenter. Zuerst als "Rathauspassagen" bezeichnet, soll es jetzt den Namen "Schlossgalerie" tragen. Geplant sind ca. 40.000m² Verkaufsfläche.
600 Parkplätze sollen in den Untergeschossen errichtet werden. Der Investor verspricht in dem Glaspalast eine mediterrane Atmosphäre. Es bleibt abzuwarten, ob es mehr wird als das übliche Einerlei der anderen Einkaufscenter.
Größer, aber auch schöner?
Ob es bei den Größenangaben bleibt, ist auch noch ungewiss. Das Haus Schlossstrasse 33 wurde inzwischen von den Bauherren erworben und soll wohl auch abgerissen werden. Insider vermuten, dass die Neubauten im alten Möbelhofbereich als nächstes dran glauben müssen. Die Entwicklung der Gropiuspassagen lässt einige Schlüsse zu.
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Neben vielen Einzelhandelsgeschäften und Unternehmen, die es schon in der Schlossstraße gibt, soll die Stadtbücherei in die Galerie einziehen. Ob dies kostenlos für den Bezirk geschieht, bleibt abzuwarten. Es wurde versprochen, um den Denkmalschutz für das Büchereigebäude aufzuhe-ben.
Die Schlossstrasse
Es soll nicht die einzige Baumaßnahme bleiben. Wie man hört, wollen Karstadt und Wertheim ihre Kaufhäuser zu einem Haus vereinigen. Am Walter-Schreiber-Platz plant der Besitzer des Hertie-Hauses den Abriss und den Bau, man staune, eines Einkaufscentrums mit allerdings "nur" 16.000 m² Verkaufsfläche, Ebbinghaus soll ebenfalls verändert und vergrößert werden. Ansons will in der Nähe der Schlossgalerie bauen, P&C wird sich dann offenbar auch verändern.
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Damit dürfte sich die Verkaufsfläche der Schlossstrasse, die heute ca. 180.000 m² beträgt, fast verdoppeln. Es sei die Frage erlaubt, wer die Geschäfte frequentieren soll?
Die Schlossstrasse, heute schon ständig verstopft, dürfte dann einen Verkehrskollaps erleiden, wenn nicht Verkehrslenkungsmaßnahmen erfolgen.
Bürgerinitiative
Einige Anwohner aus der Grunewald-, Rothenburg- und Schlossstrasse sehen das Bauvorha-ben kritisch. Sie haben Angst um die Bausubstanz ihrer Häuser, den Baumbestand rund um das Quartier und fürchten die künftigen, starken Verkehrsströme, gerade in der Grunewaldstraße und den angrenzen-den Wohnstraßen. Deshalb gründeten sie eine Bürger-
initiative. Die Bürgerinitiative Schlossgalerie Steglitz (BISS) ist unter Tel. 809 02 56, Ansprechpartner Pe-ter Masloch, oder im Internet (www.bi-schlossgalerie.de) zu erreichen.
Andreas Koska
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